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DVD   

Kategorie Horror, Krimi, Thriller
Darsteller Franka Potente, Benno Fürmann, Anna Loos, Barnaby Metschurat, Herbert Knaup
Regie Stefan Ruzowitzky
Laufzeit 192 Minuten
Sprache Deutsch, Englisch, Englisch (Published)
Untertitel Deutsch, Englisch, Türkisch
Bildformat Collector's Edition, Dolby, PAL, Surround Sound
Freigabe ab 16 Jahren
Medien 3
Zustand Gebraucht in Top-Zustand
EAN 4030521701106

Fr. 7.90

nur noch 1 Stück verfügbar

Artikelbeschreibung

Anatomie 1
Der erfolgreichste deutsche Kinofilm des Jahres 2000, Anatomie, wurde nach seinem Ableben an den Theaterkassen einer Autopsie unterzogen: Wo lag der Grund für den großen Anklang, den er beim Publikum erreichte? Sicher, er schwamm im Fahrwasser der Teenie-Slasher Scream und Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast. Und weiterhin war die Hauptrolle mit Franka Potente, dem Star des Vorjahresabräumers Lola rennt, besetzt. Auf den ersten Blick mag diese einfache Rechnung aufgehen, doch Anatomie funktioniert auch auf vielen anderen Ebenen: Er beginnt als flotte Studentenposse mit eindeutig zweideutigen Sprüchen aus dem Fundus der beliebten Highschool-Filme amerikanischer Bauart. Zum düster-fröhlichen Forschen im Sinne der Flatliners kommt ein wenig Frankenstein-Grusel -- nicht zu vergessen die Leichenspielereien alter Schocker-Streifen aus der britischen "Hammer"-Schmiede. Bald wird die Leichenhalle aber so ungemütlich wie in Nightwatch - Nachtwache und es schleicht sich Mediziner-Thrill à la Coma ein. Als Eiswürfel im Spannungscocktail klirren düstere Experimente der Vergangenheit, und ein guter Schuss klassischer Geheimbund-Schauerromantik rundet das Ganze ab.

Regisseur Stefan Ruzowitzky (Tempo, Die Siebtelbauern) ist es gelungen, sich von all den Vorbildern kleine Fassetten zu entlehnen, aber nicht an sie zu klammern. Anatomie hat seine eigene Bild- und Erzählsprache und nutzt die Kulisse Heidelbergs nicht als bloße Schablone: Weder wird eine Hollywood-Geschichte mit dünner Lokaltünche überzogen, noch werden Touristen-Klischees bedient. Franka Potente (Der Krieger und die Kaiserin) spielt souverän die wissbegierige Studentin mit überschatteter Vergangenheit. Benno Führmann (Der Eisbär) gestaltet beide Seiten seiner Figur mit überraschender Überzeugungskraft. Auch die weiteren Darsteller, Anna Loos, Holger Speckhahn und Sebastian Blomberg, haben dankbare Rollen, die keineswegs so standardisiert sind, wie sie zunächst erscheinen. Anatomie ist nicht die moderne Wiedergeburt des deutschen Horrorfilms der 20er-Jahre, wie es die Produzenten teilweise im Sinn gehabt hatten. Vielmehr ist er ein hoffnungsvoller Anschluss an das zeitgemäße und erfolgreiche Unterhaltungskino. Dies zeigt sich auch in der englischen Synchronfassung, die auf der DVD enthalten ist: Ein Vergleich lohnt sich unbedingt. --Alexander Röder

Anatomie 2
Mit dem im Mediziner-Milieu angesiedelten Slasher-Film Anatomie hatte der österreichische Filmemacher Stefan Ruzowitzky den Überraschungserfolg des deutschen Kinojahres 2000 gelandet. Mehr als drei Millionen Zuschauer hatten sich seinerzeit von seinen eindrucksvollen Effekten und gezielt gesetzten Schockeffekten das Fürchten lehren lassen. Eine Fortsetzung war also praktisch unvermeidlich. Doch statt einfach nur die erprobte Formel des ersten Teils zu wiederholen, bricht Stefan Ruzowitzky, der auch wieder für Regie und Drehbuch verantwortlich ist, ganz bewusst mit ihr. Der vordergründige Horror seines Vorgängers weicht in Anatomie 2 einem weitaus psychologischeren Schrecken.

Die Behinderung seines Bruders lastet wie ein schwarzer Schatten über Jo Hausers Leben. Sie hat ihn Medizin studieren lassen, und sie ist es auch, die ihn nun als Arzt im Praktikum von Duisburg nach Berlin gehen lässt. Dort will Jo (Barnaby Metschurat) unbedingt in den Kreis um Professor Dr. Müller-LaRousse (Herbert Knaup) gelangen. Der arrogante, gottähnlich auftretende Wissenschaftler hat einen Kreis von Jüngern um sich geschart, mit denen er an künstlichen Muskelimplantaten experimentiert. Als Jo schließlich in diesen exklusiven Zirkel aufgenommen wird, wird er fast automatisch zum Mitglied in der Geheimloge der Anti-Hippokraten. Außerdem muss er sich wie auch alle anderen Schüler von Müller-LaRousse selbst künstliche Muskeln implantieren lassen.

Die Zeiten, in denen deutsche Regisseure das fantastische Kino entscheidend geprägt haben, sind schon lange vorbei. Gerade im Bereich der klassischen Genreproduktionen wird hier bei uns eigentlich nur noch für das Fernsehen gearbeitet. Vor diesem Hintergrund überrascht ein Film wie Anatomie 2 umso mehr. Stefan Ruzowitzky hatte zwar schon beim ersten Teil bewiesen, dass er das Handwerk des Horrorkinos perfekt beherrscht, doch da ging seine technische und dramaturgische Brillanz oft noch auf Kosten der Geschichte und der Figuren. Aber erst jetzt ist es ihm gelungen, sie fest in der Thematik und Figurenkonstellation zu verankern.

Die großen, fast schon opernhaft wirkenden Schocksequenzen weisen immer auch über sich selbst hinaus. In ihnen erhalten Ruzowitzkys Figuren eine psychologische und emotionale Tiefe, wie sie nicht nur im deutschen Genrekino eine Seltenheit geworden ist. Aber es sind nicht nur seine Inszenierung und Andreas Bergers grandiose Kameraarbeit, die Anatomie 2 eine einzigartige, fast schon morbid-dekadente Atmosphäre verleihen. Letztlich haben sie vielleicht sogar nur eine unterstützende Funktion. Denn die unvergleichliche emotionale Intensität des Films erwächst vor allem aus dem Spiel von Ruzowitzkys überragendem Darstellerensemble, zu dem neben Barnaby Metschurat und Herbert Knaup auch Heike Makatsch, Frank Giering, Roman Knizka, Wotan Wilke Möring und die aus Großbritannien stammende Entdeckung Rosie Alvarez gehören. Sie alle haben eine perfekte Balance zwischen genretypischen Überzeichnungen und psychologischer Genauigkeit gefunden. So wirken selbst Ruzowitzkys abstruseste Ideen und Szenerien noch ungeheuer wahrhaftig. --Sascha Westphal

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