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DVD   

Freigabe ab 18 Jahren
Zustand Gebraucht in Top-Zustand
EAN 5060162230474

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Artikelbeschreibung

So besänftigt bitte die bitt're Situation, sofern dergleichen überhaupt noch im Bereich des Möglichen läge:
„The church“ ist ein Werk von faszinierend unliebsamen Donnerschlägen des Schicksals, dies wird zudem untermauert (anfangs) von dem lustig-makabren Intro von Laser Paradise (die DVD liegt alterstechnisch bei fast 20 Jahren).
Der Film vermag nunmehr zu beginnen und ich lade Sie ein auf eine Reise, deren Buchung nur in einer einzigen Richtung erfolgen muss, denn ob es ein Zurück wird geben dürfen, bleibt weitestgehend fraglich...

Noch vor „Trauma“ (wenn auch womöglich selbst hier nicht zum ersten Male) setzte Argento in diesem Filme seine Tochter Asia ein , deren Ausstrahlung und Präsenz den Film abermals mitträgt, doch Schatten liegen über ihrem Leben, denn sie wird nicht selten von Unannehmlichkeiten umgeben sein, mag sie auch eigentlich willens sein gewesen..., mit selbigen nicht konfrontiert zu werden.
Zu Beginn war ich gewillt, mich in meiner Wertung auf sage und schreibe drei Sterne zu beschränken – nicht sonderlich viel für einen Argento.
Da The Church im Laufe der Zeit jedoch an Faszinationsinhalten zunimmt, entschloss ich mich nun doch zu einem weiteren Stern, mehr Magie misst das Werk sich selbst nämlich fortan bei, fügt der Standardformel des Genres somit stets einen Hauch von Originalität hinzu, zudem möchte ich hinsichtlich der Sterne besonders gnädig sein, da es sich um die erste Rezension dieser unbekannten Ausnahme-Perle handelt.
Der Film verfügt zweifelsohne über gewisse Parallelen zwischen sich selbst und „Die Fürsten der Dunkelheit / prince of darkness“.
Die Farben gewissermaßen in Bluttöne getränkt, die Glaubenskraft sich in Richtung der Existenz von Hexen begebend, zudem die sich über das Land ergießenden Prophezeiungen aufnehmend, das menschliche Leben einzig und allein als Glaubensfrage portraitiert...
Feuer es zu spüren, Satansanbetung der teuflischen Nacht ihr Träger, okkult anmutende Bräuche, sinistre Sinne der zwischen den Zeilen zu lesenden Ängste.
Leben es endgültig zu Kreuze kroch, betretet den kirchlichen Todestempel aller Furcht, höret deren Echo und entschwindet aus Gottes Welten.
Ein erstes Kennenlernen im kirchlichen Raume, sich entwickelnd zwischen einer Frau und einem Manne, erinnert ein wenig an De Palmas „Schwarzer Engel“ (kürzlich als Mediabook erschienen).
Am allerersten Tage er sich nunmehr bereits verspätet habend, doch die Mächte kennen weder Gnade noch ein Pardon, der Schimpfprozess im Nachhineine nachdenklich und so malerisch unterlegt werdend von den Klängen einer tödlich dunklen Orgel...
Die Welt verdeckt vom Gewande düsterer Glaubensbekenntnisse , umhüllt von solch Unbehagen, umfasset das seelische Ertrunkensein den Kern unserer Psyche.
„Die Welt ist gleichzusetzen mit dem Teufel“, sprach es aus jemandes Munde, den Finger so zynisch legend in die Wunde.
The Church ist ein grotesker Film von fast tarantino'schen Gegensätzen, so erblicken wir in den Händen einer bestimmten Dame doch tatsächlich ein „lustiges Taschenbuch“ (!) und das in einer regelrechten Gruft von einem Film, herrlich deplatziert der (damalige...) Donald, DAS ist Humor wie ich ihn schätze.
Die letztverbliebenen Kerzen sie brennen da nieder, der Soundtrack dabei zwar nicht sonderlich abwechslungsreich, aber in seiner Betonung der Bedrohung des Makabren würdig und somit durchaus wunschgemäß.
Kreuzförmig und in Todesstein gemeißelt nun das leuchtende Zeichen der Nacht, führend und mündend in die freudlosen Faszinationen der Tiefe.
Die zuweilen etwas plumpen und splatterartig anmutenden Effekte die videodrome'schen 80er Jahre zwar gebührend ausklingen lassend, aber je nach Sichtweise doch etwas flach, da aufgrund des Soundtracks und der Atmosphäre wegen genauso gut ein Film hätte entstehen können, der ausschließlich von subtilstmöglichem Spuke lebt.
Der Regisseur des allgegenwärtigen Farbenrausches, hält sich diesbezüglich, man achte etwa auf die Bilder von Tenebrae und Suspiria, hier nun etwas zurück, in dieser Hinsicht ist der Film seiner Düsternis wegen dementsprechend nicht als ein Kind der 80er zu bezeichnen.
Getränkt in angenehm bizarre Bilder, später bisweilen auch surreal in ihrer befremdlichen Anmut, so trägt der Film sozusagen das freizügige Kleid von Schuld und Sünde, um spaßeshalber bei den religiösen Begriffen und Bezügen zu bleiben, für die er in ähnlicher Form praktisch in jeder seiner Szenen Verwendung findet.
Die Straßen stets vom Gusse der Regennässe betroffen, die Atmosphäre abgründig anders – ja, soweit so unangenehm, doch die Spannung, so sie denn überhaupt jemals vorhanden ist , baut sich äußerst langsam auf.
Fairerweise muss ich gestehen, dass ich es auch kritisieren würde, legte der Film Wert darauf, dass sie sich schneller aufbaut – hier obläge es ausschließlich dem geschmäcklerischen Bereich.
Alles Leben gewichen, Asia sich nunmehr befindend in dem Zustande der Hilflosigkeit, gar als glaubte ihr kein Mensch, denn niemandes Verständnis wird ihr fortan entgegengebracht.
Misstrauen es erwacht dagegen längst – mit wessen Wesen wohnt sie hier eigentlich unter einem Dache und WILL überhaupt jemand an ihre Worte glauben?, ihrem Dasein Liebe schenken?
„Gestern Nacht hat sich ein Engel des Bösen meiner Seele bemächtigt“ - sektenartig anmutende Stille singt ihr Lied des Unhörbaren,
„die Abtrünnigen Gottes erheben sich“, die Suche nach der Wahrheit führet uns in eine vom Schatten der Nacht überdeckte Parallelwelt unterirdischer und dunkler Verliese und Seelenkerker , die so fern und fremd womöglich uns doch nicht sind...
„Alles geschieht im Namen des Satans, …gewiss, diese Kirche wurde auf der Brut des Satans erbaut.“

„Ich bin die Kirche“ - u.a. mit diesen kryptischen und inhaltlich komplexen Worten der Todesweisheit , der Vater vermochte sich unfreiwillig zu verabschieden … endgültig …
Die Dekors sie gleichen einer Grabkammer, die Bilder brauner als jene in „Der Name der Rose“, die Schriften zumeist so verworren wie nur irgend möglich und es existieren unschöne Unannehmlichkeiten, als befänden wir uns in einer herzlosen Hölle der herrschsüchtigen Tyrannei – nicht dass es nicht so wäre...
Rauschhaft nun unsere letzte Reise durch die leuchtenden Welten des Kerzenlichtes, verlasset die Globen des irdischen Reiches und betretet das Universum der Endlichkeit...

The church ein Werk wie ein Grabstein so hart,
ein Film von Schönheit doch er schmeckt so bitter,
die sanften Wunder zugleich jedoch so zart,
und nichtsdestotrotz es herrschen laute Gewitter.
Ja beide Argentos gar gänzlich in ihrem Element,
ein einmalig' Aktbildnis des Unbehagens,
die Tragik das Delirium wie Gott er es kennt,
ein Film des Sich-Trauens und mutigen Wagens, zeremoniellen Betragens.
Und unschön stets die Angst vor dem, was geschah,
die Ängste begründet so zweifelsohne,
die Bitternis der Traurigkeit der Zuschauer sie sah,
oh Filmwelt sie uns bitte mitnichten verschone...

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